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Aus der bis heute von mir generell beibehaltenen Perspektive künstlerischer
Praxis erscheint die Möglichkeit der Fortsetzbarkeit von Kunst
stets ungewiss. Dann ist im Unterschied zu der universitär angebotenen
Kunstwissenschaft, für die "Kunst" einfach als etwas positiv
Gegebenes existiert, jedes Werk und seine Produktion vielmehr
als eine allererst wahrzunehmende Option auf Kunst zu begreifen
und diesem Problembewusstsein entsprechend zu vermitteln. Daraus
folgt auch ein spezifisches Verständnis für alle kunstpädagogischen
Aufgabestellungen.
Unter diesem Vorzeichen praktiziere und lehre ich Kunstwissenschaft
nicht als eine akademische Disziplin, sondern mit der Intention,
das Verhältnis von Kunst und Wissenschaft in produktiver Weise
zu thematisieren und zu reflektieren. Da eine so verstandene Kunstwissenschaft
zwischen beiden Bereichen operiert, ist die Interdisziplinärität
eines derartigen Studienangebotes gleichsam genuin gegeben.
Da kunstwissenschaftliches Arbeiten zudem ohne die Einbeziehung
der Kunstgeschichte und der philosophischen Ästhetik nicht
auskommt, ist es generell auch transdisziplinär angelegt: Indem
von den konkreten Werken ausgegangen und sich an ihnen abgearbeitet
wird, geht die Kunstwissenschaft einerseits wie die Kunstgeschichte
vor. Doch in dem Versuch, über eine stilgeschichtliche Einordnung
und zeitbezogene Interpretation hinauszugehen und die den Werken
zugrundeliegenden künstlerischen Probleme und vor allem Ideen
zu erschließen, ähnelt sie der Philosophie als Ästhetik.
Werden desweiteren noch die künstlerischen Konzeptionen in
ihrem gesellschaftlichen Kontext betrachtet, kommt es auch zur Einbeziehung
sozialwissenschaftlicher Aspekte. Dass meine Lehre der multidisziplinären
Orientierung bedarf hat zahlreiche fachbereichs- und hochschulübergreifende
Kooperationen und Projekte ebenso erleichtert wie erforderlich gemacht.
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